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Seit der vergangenen Nacht hat die Consumer Electronics Show CES 2014 in Las Vegas seine Pforten wieder für tausende geladene Gäste geöffnet. Bis zum 10. Januar können auf der Elektronikmesse zahlreiche innovative Technologien bestaunt und getestet werden. Ein Stichwort, das man im Zusammenhang mit der weltweit größten Messe für Unterhaltungselektronik immer wieder hört, sind so genannte „Wearable Devices“, also am Kopf oder Handgelenk tragbare Geräte. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Kategorie der smarten Uhren. Neben bekannten Herstellern wie Samsung und Sony beschäftigt sich auch das Startup Pebble mit der Entwicklung solcher Uhren. Nachdem das Unternehmen vor fast genau einem Jahr seine erste Smartwatch vorgestellt hatte, enthüllte Pebble Technologies vor wenigen Stunden deren Nachfolger, die Pebble Steel.

Neue Materialien für die Pebble: Stahl, Leder und Gorilla-Glas statt Kunststoff

Im Vergleich zum Vorgänger liefert die Pebble Steel wenig technische Neuerungen. Bis auf eine drei-farbige LED-Anzeige, die den Nutzer nun über den Akkustand informiert, bleibt die Uhr technisch auf dem Stand der Vorgängerversion. Größere Veränderungen gibt es in optischer Hinsicht. Das liegt vor allem an den neuen Materialien, aus denen die Uhr gefertigt ist. Namensgebend und charakteristisch für die Steel ist das neue Metallgehäuse, das wahlweise mit einem Leder- oder dem passenden Metallarmband getragen werden kann. Beide Armbänder sind im Lieferumfang enthalten. Angeboten wird Pebbles Smartwatch in zwei Varianten: Kunden können sich zwischen einem Gehäuse aus gebürstetem Stahl (Modell Brushed Stainless Steel)oder einer matten Variante (Modell Black Matte) entscheiden. Deutlich erkennbar ist, dass die Hersteller versucht haben, ihr Produkt für den Verbraucher  optisch an normale Uhren anzunähern und sich durch hochwertige Metallelemente von der Konkurrenz abzugrenzen. Gemeint sind Produkte wie Sonys Smartwatch SW2 und Samsungs Galaxy Gear, die wie die Pebble Original noch mit Kunststoffarmband ausgeliefert werden und damit für viele noch starken Gadget-Charakter aufweisen.

Die technischen Daten im Überblick

Abmessungen

  • Gehäuse: 52mm × 36mm × 11.5mm
  • Armband: 22mm breit
  • Gewicht: 38g

Display

  • 1.26- Zoll, 144 × 168 Pixel, E-Paper Display
  • LED Backlight
  • Kratzresistent durch Hard-Coat Verfahren

Sensoren

  • Beschleunigungssensor
  • Elektronischer Kompass
  • Umgebungslichtsensor

Prozessor und Software

  • Prozessor: ARM Cortex-M3, bis zu 80MHz
  • Betriebssystem: Pebble OS

Leistung und Akku

  • Lithium-Ion Polymer Batterie
  • Akkulaufzeit 5-7 Tage
  • USB- Ladekabel mit Magnethalterung

Weitere Eigenschaften

  • Kompatibel mit iOS- und Android-Geräten
  • Bluetooth 4.0
  • Wasserdicht bis 50m Tiefe
  • Dreifarbige LED-Anzeige

Pebbles Erfolgsgeschichte und Aussichten

Pebble Technologies und seine Smartwatch gilt als ein Paradebeispiel für erfolgreiches Crowdfunding. Die Erfolgsgeschichte des Startups ist beeindruckend. Binnen eines Monats erreichte der Hersteller die Grenze von 100.000 US-Dollar, die zur Realisierung des Projekts nötig waren. Mit einer Gesamtsumme von letztendlich rund 10 Mio. US-Dollar gehört Pebble bis heute zu einem der meist unterstützten Projekte des Portals Kickstarter.com.

Ein entscheidender Unterschied zu anderen Smartwatchherstellern ist, dass Pebble sich ausschließlich mit der Weiterentwicklung seiner Smartwatch beschäftigt. Im Gegensatz zu den großen Herstellern Samsung und Sony ist es Pebble möglich, seine gesamten Ressourcen einem Produkt allein zu widmen.

Zudem ist  Pebble nicht an bestimmte Betriebssysteme gebunden. Pebble Uhren unterstützen sowohl iOS- als auch Android Geräte. Potentielle Kunden für eine Smartwatch, die Samsung beispielsweise durch fehlende Kompatibilität seiner Uhren mit älteren Android-Versionen von vornherein ausschließt, könnten daher durchaus weiter Gefallen an Pebbles Produkten finden.

Generell gewährt das Startup seinen Nutzern größeren Spielraum im Umgang mit der Uhr. Viele Besitzer moderner Technologie wollen sich nicht ausschließlich an  Produkte und Dienste eines einzigen Herstellers binden. Es besteht der Wunsch nach Unabhängigkeit und Individualisierungsmöglichkeiten. Diese Tatsache hat Pebble erkannt und bietet beispielsweise die Option, selbst Apps über eine Programmierschnittstelle für die Uhr zu programmieren. Auf seiner Website bewirbt das Startup zudem den Launch eines eigenen AppStores, der in den nächsten Wochen an den Start gehen soll.

Auch wenn die neue Pebble schicker als zuvor daher kommt und Möglichkeiten der Individualisierung für den Nutzer bietet, wird klar, dass auch dieses Gerät keinen Durchbruch in Sachen Smartwatch bedeutet.

Mit einem stolzen Preis von knapp über 200€ handelt es sich immer noch nicht um ein massentaugliches Produkt. Viele Verbraucher stehen den smarten Uhren als Handlanger des Smartphones noch skeptisch gegenüber, da sich der Zusatznutzen der Wearable Devices noch in Grenzen hält. Ändern könnte sich das mit alternativen Ideen zur Nutzung solcher Uhren. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die vor wenigen Wochen vereinbarte Kooperation zwischen Mercedes Benz und Pebble. Geplant ist, Pebbles intelligenten Uhren in Fahrzeuge zu integrieren. Möglicherweise ist es die Verbindung von Mercedes Digital-Drive-Style-App mit der Smartwatch, die den erhofften Zusatznutzen bringt.

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