“Wir machen jedes Handy zur Sammeldose.” - Im Gespräch mit Florian Nöll (spendino.de)
26. September 2008 von KM
telefon.de: Florian, Du bist einer der Gründer von spendino.de. Würdest Du Dich, Deinen Mitstreiter und spendino.de bitte kurz vorstellen?
Florian Nöll: Mit spendino gründen wir ein Dienstleistungsunternehmen für den dritten Sektor. Dabei starten wir mit der Zielsetzung, die Fundraisingkosten zu senken, dass Spendenvolumen ohne zusätzliche Investitionen zu steigern und gleichzeitig die Transparenz im Spendenmarkt zu erhöhen,… oder kurz: Wir machen jedes Handy zur Sammeldose.
Mein Mitgründer Sascha Schubert (35) und ich (25) organisieren gemeinsam die StartUp Lounge, die wir vor 4 Jahren initiiert haben. Zusammen mit Eva Hinte haben wir 2007 bondea gegründet. Davor hat jeder unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Sascha hat nach einer ersten Gründung als Student sein BWL Studium abgeschlossen und 5 Jahre lang den Nachwuchsbereich in einem Berufsverband verantwortet. Ich habe seit der Schulzeit mehrfach gegründet und studiere Entrepreneurship, wenn es die Zeit zulässt.
telefon.de: Warum ist gerade das Handy, ein ideales Medium, um das Fundraising zu modernisieren?
Florian Nöll: Das Handy ermöglicht spontane Spenden ohne Reflektionsbruch und ist immer dabei. Eine Spende mit dem Handy ist zudem einfach, damit ist spendino eine Lösung für alle Generationen.
telefon.de: Ihr seit bei Eurer Geschäftsidee auf die Kooperation der großen Telefongesellschaften angewiesen. Wie motiviert sind diese, einem Start-up den Weg zu ebnen? Und wie kommt auf der anderen Seite Euer Konzept bei den begünstigten Initiativen an?
Florian Nöll: Bei den Telefongesellschaften war es bislang eigentlich kein Problem, dass wir ein Start-up sind, unser Thema an sich ist kompliziert. Wir haben Personen aus verschiedenen Bereichen, darunter Mobilfunkexperten, in den Prozess einbezogen und so ein Netzwerk aufgebaut, dass uns unterstützt. Grundsätzlich ist es ein sehr langer Weg, was uns aber nicht überrascht hat.
Bei den Initiativen kommt unser Konzept gut an. Die Argumentation, dass wir die Fundraisingkosten senken können, gleichzeitig organisatorische Prozesse erleichtern und das Potential haben, das Spendenvolumen ohne zusätzliche Investitionen zu steigern (z.B. durch Ansprache der jungen Zielgruppe) wurde eigentlich immer geteilt.
telefon.de: Ihr wart mit spendino im Finale des Gründerwettbewerbs der WirtschaftsWoche. Hierzu nachträglich unseren herzlichen Glückwunsch. Wie hilfreich ist diese Publicity für die Ziele von spendino?
Florian Nöll: Die Jury der WirtschaftsWoche war sehr professionell besetzt. Von daher betrachten wir die gute Bewertung als Bestätigung unseres Vorhabens. Es gab einige Anfragen von Non-Profit-Organisationen, die in der WirtschaftsWoche von uns gelesen haben. Wie wertvoll der Preis für uns darüber hinaus mittelfristig ist, können wir noch nicht ab absehen.
telefon.de: Zum Schluß interessiert uns natürlich ein Ausblick. Welche Rolle spielt spendino in fünf Jahren im Bereich Fundraising?
Florian Nöll: Spenden mit dem Handy ist in fünf Jahren hoffentlich selbstverständlich. Dabei möchten wir natürlich eine wichtige Rolle als neutraler Partner der großen Non-Profit-Organisationen spielen, aber auch als Dienstleister für die über 200.000 als gemeinnützig anerkannten Organisationen.



[…] der vergangenen Woche haben wir Klaus-Martin Meyer für das telefon.de Shopping-Blog ein Interview gegeben. Heute wurden wir im gleichen Blog für den „Mobile 2.0 Ehren-Award 2008“ nominiert. […]