Entscheidungsfindung: Lass’ doch mal dein iPhone ran
19. Februar 2010 von GastAppEntwickler
Oft bringen uns Entscheidungen buchstäblich um den Schlaf. Wir grübeln hin und her: Was ist das Richtige für mich? Habe ich auch wirklich an alles gedacht? Wie kann ich mir sicher sein, richtig zu entscheiden? Und dann entscheiden wir einfach aus dem Bauch heraus. Wohl auch deshalb, weil wir uns aufgrund unserer Erfahrung und unseres Wissens sicher fühlen. Lässt sich eine solche intuitiv geprägte Entscheidung mit Hilfe eines einfachen Werkzeugs konkretisieren, um so besser und klarer entscheiden zu können?
Der in der Lüneburger Heide lebende und arbeitende Ideenberater und Prozessgestalter Joachim Zischke ging dieser Frage nach. Er recherchierte, wie Entscheidungen zustande kommen, was sie beeinflusst und welche Elemente Entscheidungen beinhalten sollten. Es war schnell klar, dass ein Werkzeug nicht die Entscheidung selbst herbeiführen könnte, sondern dem Entscheider eine greifbare, persönliche Tendenz aufzeigen sollte.
Beim Nachdenken entdeckte Zischke Parallelen zum Prozess der Ideenfindung. Auch dort führen die “richtigen Fragen” zu den “richtigen Antworten”. Also ersann er zu einem ausgewählten Themenbereich sieben Fragen, die den Entscheider dabei unterstützen sollen, seinen Entscheidungsprozess zu überprüfen. Und dann fiel Zischke die Idee mit dem iPhone ein, jenem allgegenwärtigen Begleiter des modernen Nomaden. Zusammen mit dem Software-Ingenieur Wolff Horbach, Köln, entwarf er die App “Optismo“.
Im Mittelpunkt der App steht nicht das analytisch ausgefeilte und detaillierte Entscheiden, sondern eine Entscheidung, die sich aus dem spontanen und intuitiven Beantworten von Fragen aus sieben Kategorien ergibt. Als Resultat zeigt die App dann die Tendenz der Entscheidung an. Deutlich wird für den Entscheider dabei, wie reif die Entscheidungsgründe tatsächlich sind.
Damit das Entscheidungsfinden nicht allzu trocken abläuft, entwarf Zischke einen Farbcode, der das Empfinden, d.h. das Gewichten, beim Beantworten visuell und mit einfachen Fingertaps ermöglicht. Aus einem Spektrum von fünf Farben (vom kräftig-warmen Rot bis zum eiskalten Blau) wählt der Entscheider aus und verdeutlicht damit sofort seine aktuelle Bewertung. Am Ende des Prozesses zeigt wiederum ein Farbcode die Entscheidungstendenz an. Der Anwender verfügt nun über eine sowohl sichtbare als auch nachvollziehbare Grundlage, eine Entscheidung zu treffen. Er erkennt sofort, wo noch Handlungs- oder Informationsbedarf besteht.
Zur Zielgruppe gehören alle, die entscheiden müssen oder an Entscheidungen beteiligt sind. Das gilt für private wie auch für unternehmerische Entscheidungen. Für das Entscheiden in einer Gruppe steht mit diesem Werkzeug eine einheitliche Basis zu Verfügung, ohne Umwege zu einer konkreten Einschätzung einer Entscheidungssache zu kommen.



