Chinesisch für alle: Fragen, feilschen, flirten in süßem Mandarin
6. April 2010 von KM
Eine brandneue App für den Chinareisenden heißt i-You Mandarin und kommt von einem jungen Softwarehäuschen in Berlin. Mit der App kan man sich in China verständlich machen und flirten, feilschen, beschweren, loben, auch um Hilfe betteln. Weil die Chinesen leicht durch eine Auswahl aus gut zusammengestellten plausiblen Erwiderungen antworten können, und weil die Antworten dann auch fehlerfrei ins Englische oder Deutsche übersetzt werden, bleibt das Gespräch nicht nach der ersten Frage stecken. So kann der chinesische Arzt dem ausländischen Patienten zum Beispiel bei der Untersuchung die entscheidenen Fragen stellen. Das geht nur, weil i-You nicht einfach ein elektrifizierter Sprachführer á la “Lonely Planet” ist, sondern echte Dialoge ermöglicht.
Andererseits ist i-You aber auch keine eierlegende Wollmilch-Übersetzungssoftware á la “Translate It”, die mit dem großen Onkel Google im Hintergrund alle Eingaben mal recht mal schlecht ins Chinesische übersetzt. Die Gefahr, in der Fremde mit falschen Übersetzungen Missverständnisse oder Unverständnis zu produzieren oder gar das zarte interkulturelle Porzellan zu zerschlagen, ist viel zu groß.
Das deutsch-chinesische Team von Yocoy hat die Sätze und Übersetzungen durchweg so gewählt, dass die Verständigung über die kulturellen Grenzen hinweg immer korrekt, nett und höflich funktioniert. “In der App stecken Jahre an Entwicklung und Jahrzehnte an Erfahrung. Das merkt man vielleicht erst in Situationen, in denen man die Anwendung wirklich braucht.” meint Frau Dr. Xu, die Yocoy-Chefin.
Nahezu alle Alltagssituationen aber auch Notfälle und Momente der persönlichen Annäherung werden von der Applikation abgedeckt. Das geht bis zum gekonnt formulierten Heiratsantrag, den man auf der Reise wohl genauso selten braucht, wie die ebenfalls vorgesehene Meldung eines Feuers. Durch die Ergänzung der Satzmuster um Zahlen, Daten, Namen, ja selbst durch Bilder kann man aus den 15.000 Wörtern und 1.400 Mustern mehrere Millionen von Sätzen bilden. Die werden in chinesischen Zeichen und auch in der gängigen Pinyin-Umschrift angezeigt. So kann man dann selbst die Aussprache versuchen. Man kann sich die Sätze aber auch erst einmal mithilfe einer gut verständlichen Sprachgenerierung vorsprechen lassen.
Die akustische Aussprache hilft, wenn der Taxifahrer beim Lenken nicht auf das Display schauen kann, wenn es zu dunkel zum Lesen ist oder wenn man auch nur einfach den Spaßfaktor erhöhen will. Ganz allerliebst kann man so seine größten Komplimente von einer süßen Computerstimme flöten lassen. Dann klingt auch noch die härteste Beschwerde mehr süß als sauer.
Die App kostet 9.99 EURO. Es gibt sie heute für englischsprachige Reisende und ab dem 8. April auch auf Deutsch. Weitere Sprachen sind in der Vorbereitung.



