Blackberry zu sicher: Indien will Blackberry-Dienste abhören
17. August 2010 von Florian Gerwien
Research in Motion konnte bislang eine hohe Sicherheit für Unternehmen bieten. Damit ist vorerst Schluss!
Den Regierungen in Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien ist die Verschlüsselung des Kurznachrichten-Dienstes für die Blackberry-Smartphones ein Dorn im Auge.
Dabei werden die Daten direkt vom Smartphone verschlüsselt und ist somit nicht mehr lesbar. Aber auch der Datenverkehr wird über eigene RIM-Server in Kanada und Großbritannien geleitet, statt wie üblich über die lokalen Rechenzentren. Somit war bislang kein Abhören oder Ausspionieren möglich.
Die indische Regierung hat nun eine Frist bis zum 31. August gesetzt, um diese Sicherheitsbedenken auszuräumen, andernfalls würden die Blackberry-Dienste abgeschaltet. Das würde jedoch weitreichende Folgen mit sich ziehen. Indien gehört, mit über 635 Millionen Handy-Verträgen, zu den wichtigsten Märkten und die Verschlüsselung war bislang Blackberrys Vorteil gegenüber ihrer Konkurrenz.
RIM will nun technische Systeme zur Verfügung stellen, die das Lesen verschlüsselter Daten unterstützen. Dabei hat der Blackberry-Hersteller bislang behauptet, die über die hauseigenen Server laufenden Nachrichten nicht einmal selbst entschlüsseln zu können.
Soviel Sicherheit und Geheimhaltung ist für die Sicherheitsbehörden ein großes Problem. So könnten Terroristen die Technik zur Vorbereitung von Anschlägen nutzen, ohne kontrolliert oder überwacht zu werden.
Falls Blackberry für dieses Problem keine Lösung findet, müssen sie sich wohl aus diesen Märkten zurückziehen.


