Feed on
Posts
Kommentare

telefon.de: Konrad & Henning, Ihr habt erfolgreich beim Android Developper Challenge von Google teilgenommen. Hierzu gratulieren wir. Könnt Ihr Euch und Eure Anwendung “CallACab” bitte kurz vorstellen?

K&H: Herzlichen Dank für die Gratulation. CallACab soll uns von einem Alltagsproblem befreien: Wie finde ich eine Taxe. Mit der Anwendung machen wir es dem Benutzer so leicht wie nur irgend möglich. Ein Klick reicht und eine Taxe kommt da hin, wo man sich gerade befindet. Natürlich kann man sich die Taxe auch woanders hinbestellen oder zu anderen Zeiten. Das wichtigste ist, dass man die Nummer des lokalen Taxiunternehmens nicht mehr braucht. Daran scheitert es ja meistens. Unsere Anwendung wird also hoffentlich viele Geschäftsleute glücklich machen.

telefon.de: Wie seit Ihr auf die Idee gekommen, gerade diese Andwendung umzusetzen?

K&H: Nachdem wir von der Android Code Challenge gehört haben saßen wir zufällig zusammen und haben klassisches Brainstorming gemacht: Was kann man mit so einem Handy alles anstellen? Dabei sind uns gut 10 Ideen gekommen. CallACab war die Anwendung mit dem größten Nutzen. Sowas braucht doch jeder, oder? Gleichzeitig konnten wir dabei wesentliche Features der Plattform nutzen: Location-Based Services, eine ständige Internetverbindung und die einfache Integration von Google Maps.

telefon.de:
Was glaubt Ihr aus Eurer Entwicklersicht. Hat Android das Potential an die Erfolge der iPhone-Plattform anzuknüpfen, so dass das mobile Internet endlich an Popularität gewinnt?

K&H: Android und das iPhone verfolgen unterschiedliche Strategien. Apple will mit dem iPhone Geld verdienen, indem sie ein hochwertiges, in sich stimmiges Gerät verkaufen. Daher ist Apple vorsichtig damit, das Gerät für beliebige Erweiterungen zu öffnen. Google will mit Android kein Geld verdienen (jedenfalls nicht direkt), sondern möglichst viele Nutzer erreichen, damit sie hochwertige mobile Dienste nutzen (damit verdient Google dann wieder Geld). Android erreicht nur dann Viele Nutzer, wenn es auf vielen Geräten verfügbar ist und wenn es viele gute Anwendungen für Android gibt. Die Geräteabdeckung will Google über die Open Handset Alliance erreichen, in der große Mobilfunker, mehrere Gerätehersteller und Chiphersteller vertreten sind. Die Anwendungen bekommt Google, indem sie die Entwicklergemeinde fördern und die Plattform möglichst entwicklerfreundlich und offen für Erweiterungen gestalten. Das ist Google mit Android gelungen. Knackpunkte wird jetzt die Geräteabdeckung werden. In Summe steckt in Android das Potenzial, den Fortschritt, den das iPhone erreicht hat, in die Breite zu tragen, also für viel mehr Anwender nutzbar zu machen.

telefon.de: Was sind aus Eurer Meinung die spannendsten Anwendungen unter den Top50, die nun das Finale der Developer Challenge bestreiten?

K&H: Vor allem natürlich unsere, das versteht sich von selber.

AndroidScan halten wir für eine gute Idee. Wir haben auch über so eine Anwendung nachgedacht, uns dann aber auf das Taxi fokussiert. Eine Anwendung, mit der man einen Barcode fotografieren kann um dann Preise, Produktinformationen und Bewertungen zu erhalten, kann schon hilfreich sein.

gWalk schaut auch spannend aus. Den Stadtführer oder Touristen-Guide in der Tasche zu haben ist sicher praktisch. Wikitude geht in die gleiche Richtung.

Ansonsten gibt es unter den Top50 sehr viele Social Networking Anwendungen, die meist die GPS-Position des Anwenders nutzen. Da sind originelle Ideen dabei, allerdings fragen wir uns, ob wir diese Anwendungen wirklich im Alltag nutzen würden, oder ob sie eher eine nette Spielerei sind.

telefon.de: Uns interessiert natürlich noch, wie aus Eurer Expertensicht die Android-Welt des Jahres 2010 aussieht?

K&H:
Das ist eine spannende Frage. Wir hoffen, dass in Deutschland mobiles Internet bis dahin bezahlbar ist. In den USA zahlt man 25 Dollar für eine Daten-Flatrate, davon träumen wir hier ja noch. In 2010 wird es eine Vielzahl von Android-Phones geben, die sich nicht vor dem iPhone 4.0 verstecken müssen. Die Geräte werden ein gutes Stück leistungsfähiger sein als heute. Dank diesen Geräten und einer hohen Bandbreite können mobile und vor allem endlich ortsabhängige Anwendungen ihr Potenzial entfalten. Es werden viel mehr Nutzer als heute mit ihrem Handy im Internet surfen, mailen, chatten, einkaufen, spielen und arbeiten. Und, dank Android kann hoffentlich jeder ohne Beschränkungen sein Handy gestalten und erweitern, beliebige Anwendungen installieren, die alle Funktionen des Geräts nutzen können.

P.S. Die Redaktion bedankt sich bei den Interview-Gästen und bei Handelskraft für die Inspiration.

4 Reaktionen auf “Interview mit Konrad Hübner und Henning Böger – Deutsche Gewinner des Google Android Wettbewerbes”

  1. Elvira sagt:

    Das ist einfach hervorragend!!!!
    Elvira

  2. Richard sagt:

    Ich würde sogar sagen: ganz hervorragend!!!

    Ich drücke die Daumen für die Umsetzung und den Schritt zur kommerziellen Nutzung! Go Henning!

    Richard

  3. [...] Heimatland derartige Erfolge feiert und darüber hinaus, dass wir die beiden Preisträger hier im Blog bereits interviewt [...]

Kommentar hinterlassen