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telefon.de: Herr Quack, Sie sind Co-Founder und CTO der Firma kooaba. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Till Quack: Die Firma wurde vor ziemlich genau einem Jahr von Herbert Bay und mir gegründet. Die Grundtechnologie welche in unseren Produkten beim Einsatz kommt, basiert auf der Forschung des Computer Vision Lab an der ETH Zürich, insbesondere auf der Dissertation von Herbert Bay. Seither haben wir die Technologie erweitert, marktreife Produkte entwickelt, und äusserst erfolgreiche Kampagnen (unter anderem mit 20 Minuten, Edipresse und Easyjet) gestartet. Unsere Vision ist es, Schritt für Schritt jedes erdenkliche Objekt mittels Handykamera “anklickbar” zu machen, und dies ist auch, was uns zurzeit beschäftigt.

telefon.de: Ihr Firma ist ein Spin-off der ETH in Zürich. Wie vorteilhaft ist dieser Zusammenhang?

Till Quack: Ohne diesen Hintergrund wäre es schwierig, Zugang zur nötigen Kerntechnologie zu haben. Erfahrung und Know-how im Bereich der Bilderkennung sind unerlässlich, um die Produkte weiter zu verfeinern. Wir pflegen die nach wie vor Enge Verbindung zur ETH – konstante Innovation ist in unserem Bereich ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Ausserdem konnten wir auf Starthilfe von ETH Transfer Stelle zählen und der gute Ruf der ETH öffnet auch einige Türen.

telefon.de:
Welche Vorteile hat es für den User mit echten Bildern arbeiten zu können anstatt zum Beispiel mit Barcode-Systemen?

Till Quack:
So banal es klingen mag: Der grösste Vorteil ist, dass kein code oder tag benötigt wird. Ein Beispiel ist unsere Kinoposter Applikation:
Benutzer können Schweizweit ein Bild *jedes beliebigen* aktuellen Filmplakates an die Nummer 5555 senden und erhalten in der Folge eine Mobile Web-page mit relevanten Informationen zum betreffenden Film. Wollte man auf allen Filmplakaten einen Barcode anbringen, müsste man erst dafür sorgen, dass der Code auch auf allen Plakaten gedruckt wird. Der zweite entscheidende Vorteil ist, dass in unserem Fall eine Teilnahme per MMS möglich ist. Bild einsenden genügt, die Antwort kommt per SMS. Codebasierte Systeme benötigen in jedem Fall eine De-coder-Software auf dem Telefon. Bei uns ist eine telefonseitige Software optional erhältlich und dient häufigen Nutzern unseres Systems einfach dazu, mittels eines einzigen Klicks die Erkennung zu starten, statt eine MMS zu senden – also die Interaktion noch schneller und bequemer zu machen. (Ein Demofilm ist in unserem Blog)

telefon.de: Wie gut funktioniert Ihre Technologie bereits jetzt. Können Sie uns da mit ein paar Beispielen beeindrucken?

Till Quack: Wir haben bereits verschiedenste Kampagnen gestartet: neben der vorhin erwähnten schweizweiten Kinoposteraktion haben wir Wettbewerbe oder einen interaktiven Ausschnitt in Zeitungen gestartet, wo User “per Klick” Zugang zu Multimediainhalten erhalten. Im Prinzip ist die Technologie auch geeignet dreidimensionale Objekte wie Gebäude oder Museumsobjekte zu erkennen. Wir arbeiten an entsprechenden Lösungen.

telefon.de: Malen Sie uns doch einmal ein kleines Bild von der Zukunft. Wie wird kooaba die Welt in fünf Jahren verändert haben?

Till Quack: In einigen Jahren hoffen wir der Vision einer “verlinkten Welt” einige Schritte näher zu sein. Benutzer werden mittels unserer Technologie Informationen zu Objekten in Ihrer Umwelt abfragen können – das Mobiltelefon wird faktisch zu “Maus in der reelen Welt”. Innert 5 Jahren sollte diese Vision schon für eine äusserst grosse Zahl von Objekten Realität sein.

1 Reaktion auf ““Unsere Vision ist es, Schritt für Schritt jedes erdenkliche Objekt mittels Handykamera “anklickbar” zu machen.” – Interview mit Till Quack (kooaba)”

  1. [...] um schnell und unkompliziert ein Taxi per Knopfdruck auf dem Handy zu bestellen). Auch Kooaba (mobile visual search) gefällt mir softwaretechnisch sehr gut: Foto von einem Objekt (derzeit beschränkt es sich auf [...]

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