Vom eigenen Handy ausspioniert
23. Juli 2010 von Florian Gerwien
Der Artikel “Der Spion, den wir lieben” in der aktuellen Wirtschaftswoche (Wiwo Nr.29 / 19.07.2010) zeigt auf, wie weit wir für Werbezwecke aussponiert werden und wohin das führen könnte.
Konzerne wie Google oder Apple sind besonders interessiert an dem, was wir im Internet suchen, wo wir uns aufhalten oder wen wir kennen. Diese Daten ergeben verknüpft ein Profil, das Auskunft geben kann, wo wir arbeiten, wo wir wohnen, wie viel wir verdienen oder welche Interessen wir verfolgen. All das verrät unser Handy der neuesten Generation.
Viele Hersteller und Netzbetreiber nutzen die GPS- und Funkdaten, um uns zu lokalisieren und so ortsbezogene Werbung zu schalten. Diese Daten werden aber auch anderweitig genutzt. Beispielweise in Estland nutzten Wissenschaftler diese anonymisierten Handydaten um zu sehen, wie sich Touristen durch das Land bewegten.
Vorreiter des “mobile Advertising” war Apple mit seinem iPhone. Das Smartphone ermöglicht uns, kinderleicht im Internet zu surfen, egal wo wir uns aufhalten. Aber auch die Apps, die Apple für ihr Produkt anbietet, stiften zum Teil einen großen Nutzen. Jedoch wird auch dort Werbung geschaltet. Wenn diese Werbung dann genau auf uns Nutzer zugeschnitten ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas kaufen, sehr hoch und daher besteht darin ein großes Interesse.
Speziell in diesem Fall ist dafür Apples Tochterunternehmen iAd zuständig. Aber auch der Suchmaschinenriese Google ist mit AdMob auf dem Markt vertreten.
Die Marktforschungsfirma Gartner hat ermittelt, dass 2009 weltweit rund 600 Million Dollar mit dieser Art von Werbung umgesetzt wurden und prophezeit bis 2013 sogar einen Anstieg auf mehr als sieben Milliarden Dollar. Es ist also kein Wunder, das sich beide eine große Schlacht bieten um den lukrativen Zukunftsmarkt, der mobilen Werbung.
Während die Werbewirtschaft dies als Innovation sieht, macht die Entwicklung den Datenschützern wirklich Angst, da niemand genau weiß, welche Daten gesammelt werden und wofür die Unternehmen diese Informationen über uns nutzen.


