Feed on
Posts
Kommentare

Am 30. September kommt das 3D-Smartphone „Fire Phone“ aus dem Hause Amazon auf den deutschen Markt. Man kann es aber jetzt schon vorbestellen. Das Gerät kostet auch nur einen Euro, doch, wie so oft, hat es etwas mit dem Kleingedruckten zu tun. Amazon vertreibt sein neues Smartphone exklusiv über die Deutsche Telekom und man wird gezwungen, einen 24 Monate laufenden Vertrag abzuschließen. Um das Handy wirklich für nur einen Euro zu bekommen, muss man einen Tarif wählen, der mindestens 45 Euro pro Monat kostet. So kommt man am Ende auf einen deutlich höheren Preis als die Konkurrenz. Als Entschädigung gibt es lediglich eine ein Jahr lang anhaltende Premium-Mitgliedschaft „Prime“.

 

Amazon versucht schon seit vielen Jahren, die Preise niedrig zu halten. Wir wollen das Geld verdienen, wenn die Kunden das Gerät nutzen und nicht, wenn sie es kaufen

 

Bei der 1€-Variante darf zudem nicht vergessen werden, dass man das Gerät mit nur 32-Gigabyte Speicherplatz erhält. Diese sind später auch nicht erweiterbar. Wer also 64-Gigabyte haben will, muss einmalig 80 Euro draufzahlen. Da der Speicherplatz recht limitiert ist, bietet der Konzern den Käufern allerdings unbegrenzten Cloud-Speicherplatz. Um all diese Kosten zu rechtfertigen, hat Amazon 3 zentrale neue Eigenschaften in sein Smartphone integriert:

Firefly

Die erste neue Funktion nennt sich „Firefly“ und funktioniert wie eine Suchmaschine – für den Alltag. Man fotografiert ein beliebiges Produkt und erhält anschließend weitere Informationen zum Produkt. Macht man beispielsweise ein Foto von einer Lebensmittelverpackung, bekommt man anschließend von der App die Nährwerte angezeigt. Und, wie sollte es anders sein, einen Link, mit dem man das Produkt bei Amazon bestellen kann. Lediglich vier Klicks sind nötig, um das Produkt zu bestellen. Doch es funktioniert nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei Telefonnummern, die sofort kontaktiert oder abgespeichert werden können. Dazu verfügt Firefly über die Fähigkeit, QR- und Bar Codes einzulesen.

Zudem kann die App Kunstwerke, Musikstücke, oder sogar einzelne Fernsehsendungen bis auf die exakte Folge und Szene bestimmen. Hält man das Smartphone nah genug an den Fernseher, bekommt man den Namen der Serie, der Episode und die mitwirkenden Schauspieler in der aktuellen Szene angezeigt. Allerdings bleibt zu erwähnen, dass die Erfolgsquote derzeit nur bei rund 75 Prozent liegt. Es ist also eine noch ausbaufähige Spielerei, deren Hauptziel es ist, noch mehr Kunden an das Internetversandhaus zu binden.

Dynamic Perspective

Die innovative 3D-Technik durch vier in die Vorderseite des Smartphones eingebaute Infrarotsensoren können den genauen Winkel berechnen und dadurch den Bildschirm an die Kopfposition des Nutzers anpassen. Ebenfalls soll es möglich sein, durch Kopfbewegungen und Gesten in Bildergalerien  oder Webseiten zu scrollen. Außerdem erlaubt es die Funktion, Menüs mit Kippbewegungen des Handys ein- beziehungsweise auszuklappen.

Des Weiteren hat Amazon rund tausend wichtige Gebäude aus Deutschland als digitale 3D-Ansicht in seinem neuen Gerät integriert. Damit kann man sich zum Beispiel den Kölner Dom oder das Brandenburger Tor aus unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkeln anschauen.

Wenn man Innovationen auf den Markt bringt, gibt es Leute, die sie mögen – und Kritiker. Es ist wichtig, dass die Kunden das Gerät mögen. Der Rest kommt dann von allein.

 

Neben der Kartenfunktion kommt die neue Technik außerdem in Spielen zum Einsatz. Es ist dadurch möglich, den Blickwinkel der Spielfigur zu ändern und um Ecken herumzuschauen. Amazon hat dafür bereits einige Games entwickelt, die für 1,99$ zu erwerben sind. Das folgende Video zeigt einen Trailer des Spiels „Saber’s Edge“:

In den USA wurde die Funktion bereits kritisiert, da die ständig wechselnden Perspektiven des Handys zu einer leichten Reiseübelkeit führen können. Dafür, dass das Fire Phone groß als „3D-Smartphone“ umworben wurde, sind die bisherigen Funktionen relativ dürftig. Der Konzern erhofft sich allerdings, dass Spieleentwickler das neue Gadget bald zu einer größeren Vielfalt und zu mehr Nutzungsmöglichkeiten erweitern.

Mayday

Mayday ist Amazons Soforthilfe-Service, womit der Nutzer einen Videochat mit einem Amazon-Mitarbeiter starten kann. Die Videoübertragung funktioniert übrigens nur in eine Richtung. Man selbst sieht also ein Bild des Kundenberaters, dieser aber keines vom User. Die Service-Kraft kann dann extern auf das Handy zugreifen und Problemlösungen auf dem Bildschirm erklären. Für die Kunden in Deutschland wurde zudem die Funktion integriert, bei Tarif- oder Netzfragen einen Mitarbeiter der Deutschen Telekom zuzuschalten – auch mit Bild.

Technische Daten

 

Fazit

Das Fire Phone von Amazon besticht derzeit vor allem durch eines: einen verdammt hohen Preis. Zudem sind die großen „Neuerungen“ bisher nicht viel mehr als Spielerei. „Firefly“ ist lediglich eine App, die mehr Kunden zum Versandhaus locken soll, „Dynamic Perspective“ hat momentan nur Bilder zu Sehenswürdigkeiten und wenige Spiele zu bieten und „Mayday“ ist eine Support-Funktion mit Videochat. Ziemlich mager, wenn man dazu noch bedenkt, dass man nicht auf den Google Play Store zugreifen kann, obwohl es sich um ein Android-Handy handelt. In den USA wurden bisher nicht sonderlich viele Exemplare verkauft und es ist fraglich, ob es sich in Deutschland ändern wird. Vor allem die Tatsache, dass man das Smartphone ausschließlich mit einem Telekom-Vertrag bekommen kann, dürfte viele Käufer abschrecken.

Kommentar hinterlassen