iPhone-Kamera zensiert Fotos und Videos
1. April 2010 von admin
Voraussichtlich zum 01.04. 16.39 Uhr werden alle iPhone Besitzer (also egal ob ursprüngliches iPhone, iPhone 3g oder iPhone 3gs) mit einem Zwangsupdate des Betriebssystems auf Version 4.1. via iTunes beglückt. Neben einigen kleinern Verbesserungen im Bereich Multimedia, Datenaustausch und Vernetzung mit Plattformen wie Youtube oder Flickr sorgt vor allem ein neues „Feature“ der iPhone Kamera für Furore: denn via Software werden all zu explizite Aufnahmen von nackten Menschen on-the-fly entschärft, indem die entsprechenden Körperteile wahlweise verpixelt werden, mit einem Unschärfe-Filter belegt oder durch schwarze Balken verdeckt werden. Das ganze kann man sich inhaltlich wie eine umgekehrte Version der in diversen Klingelton-Werbespots angepriesenen „Nackt-Scanner“ Anwendungen vorstellen, nur dass es sich hierbei (leider?) nicht um eine Fake- bzw. Scherzanwendung handelt. „Wir nutzen eine angepasste Weiterentwicklung einer Gesichts- und Formenerkennungs-Software, wie sie z.B. auch bei Überwachungskameras in Bahnhöfen oder U-Bahn-Stationen zum Einsatz kommt“, so J** King von der Apple iPhone-Entwicklungsabteilung. „bei Aufnahmen von Personen in der Totalen werden die entsprechenden Körperregionen nach Identifikation von Kopf-, Arm- und Beinregionen extrapoliert, bei Nahaufnahmen kommen spezielle Formenerkennungsalgorythmen zum Einsatz. Zusätzlich findet ein Haut-Farbabgleich statt.[…] Die Software ist zwar noch nicht perfekt – Sie stößt z.B. bei schnellen Kameraschwenks, ungewöhnlichen Formen und Dimensionen oder Bodypaintings an Ihre Grenzen, im Großen und Ganzen sind wir jedoch sehr zufrieden mit den Ergebnis.“
Ein Apple Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte, begründet dieses nicht deaktivierbare Feature mit dem „Schutz der Intimsphäre der fotografierten bzw. abgefilmten Menschen. Zudem tragen wir damit den Jugendschutzbestimmungen diverser Video- und Fotoplattformen zoll.“
Wie telefon.de bereits berichtete, hat Apple bereits diverse Sex-Apps aus dem App-Store geworden. Auch diesen Schritt von Apple in Richtung „sauberes iPhone“ sehen wir kritisch: Selbst wenn nur die wenigsten Nutzer dieses Feature jemals zu Gesicht bekommen, könnte sich der eine oder andere iPhone Besitzer bevormundet fühlen. Zudem ist zu befürchten, dass im nächsten Update des iPhones diese Feature auch in den Browser Einzug hält und somit auch Internetseiten mit expliziten Inhalten zensiert werden.


